{"id":40,"date":"2019-10-30T21:44:38","date_gmt":"2019-10-30T21:44:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rosdyfilm.com\/dljvd\/?page_id=40"},"modified":"2019-11-01T19:40:22","modified_gmt":"2019-11-01T19:40:22","slug":"01-alfred-schreyer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.rosdyfilm.com\/dljvd\/01-alfred-schreyer\/","title":{"rendered":"01 Ueber den Film &#8211; 02 Alfred Schreyer"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.3&#8243; background_image=&#8220;https:\/\/www.rosdyfilm.com\/dljvd\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/01_poster.jpg&#8220; background_position=&#8220;top_center&#8220; custom_margin_tablet=&#8220;&#8220; custom_margin_phone=&#8220;&#8220; custom_margin_last_edited=&#8220;on|desktop&#8220; custom_padding=&#8220;84px||84px||true|false&#8220; custom_margin__hover_enabled=&#8220;off|desktop&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.0.3&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.9)&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.3&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.3&#8243; custom_padding=&#8220;|30px||30px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; custom_padding_last_edited=&#8220;on|phone&#8220; custom_padding_tablet=&#8220;16px||16px||true|true&#8220; custom_padding_phone=&#8220;21px||21px||true|true&#8220;]<p><strong>Afred Schreyer<\/strong><span>\u00a0<\/span>wurde an 8. Mai 1922 in Drohobytsch geboren, das damals zu Polen geh\u00f6rte, heute in der Ukraine liegt.<strong><span>\u00a0<\/span><\/strong>Seine Mutter Leontina war Pharmazeutin, sein Vater Benno Dr. phil. sowie Chefchemiker in einer Erd\u00f6lraffinerie. Beide waren sehr musikalisch und Alfred lernte Cello. Am Gymnasium war er ein Sch\u00fcler des heute weltber\u00fchmten Schriftstellers und Malers Bruno Schulz. Seine Mathura machte er bereits w\u00e4hrend der ersten Sowjetokkupation im Jahre 1940. Sein erstes Geld verdiente er im Vokalquartett bei den Kulturbrigaden. Nach dem Einmarsch der Deutschen Armee (Juni 1941) wurden in Drohobytsch f\u00fcnf Zwangsarbeitslager organisiert. Alfred Schreyer arbeitete als Tischlergehilfe im Dorf Herafka. Seine Familie musste ihr Haus verlassen und ins Ghetto ziehen. Es kam zur ersten sogenannten \u201eAktion\u201c: Im Wald von Bronitza, wo 320 Juden erschossen wurden. Es folgten weitere Aktionen, die gr\u00f6\u00dfte am 5. August 1942: 5.000 Juden aus Drohobytsch wurden nach Belzec deportiert und vergast. Darunter Alfred Schreyers Vater, ein Onkel, eine Gro\u00dfmutter und eine Tante.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1943 erfolgte innerhalb eines Tages die Liquidierung von drei Zwangsarbeitslagern. Es kam zur Erschie\u00dfung von 11.000 Juden aus Drohobytsch und Umgebung im Wald von Bronitza. Alfred Schreyers Mutter Leontina war auch dabei. Er selbst wurde, weil er jung und stark war, zur Zwangsarbeit in der Keramischen Werkst\u00e4tte und nach deren Schlie\u00dfung im letzten Zwangsarbeitslager der Stadt Drohobytsch, der Karpatenerd\u00f6laktiengesellschaft, verpflichtet. Am 13. April 1944 f\u00fchrte das Heranr\u00fccken der sowjetischen Truppen zur Evakuierung aller Zwangsarbeiter in das Konzentrationslager Plaszow bei Krakau. F\u00fcr Alfred Schreyer ging es weiter nach Gro\u00df-Rosen, Buchenwald und schlie\u00dflich Taucha bei Leipzig, wo es eines Tages pl\u00f6tzlich hie\u00df:<span>\u00a0<\/span><em>Marsch, Marsch, ohne Ziel.<span>\u00a0<\/span><\/em>Durch gro\u00dfes Gl\u00fcck \u00fcberlebte er den Todesmarsch. Der Krieg war f\u00fcr ihn in Freiberg (Sachsen) zu Ende, wo am 7. Mai (einen Tag vor Schreyers Geburtstag) um 7 Uhr Fr\u00fch der erste sowjetische Panzer eintraf.<\/p>\n<p>Alfred Schreyer hatte die M\u00f6glichkeit, nach Argentinien auszuwandern, als er aber die Baracken des Roten Kreuzes in Berlin sah, wo er noch zwei oder drei Monate h\u00e4tte ausharren m\u00fcssen, beschloss er spontan, nach Drohobytsch zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>In Drohobytsch, wo er niemanden mehr hatte, fand Alfred Schreyer sein Gl\u00fcck im Kinofoyer-Orchester der Stadt. Er sang dort u.a. den sowjetischen Klassiker<span>\u00a0<\/span><em>Im Stadtpark<\/em><span>\u00a0<\/span>von Matvey Blanter. Eines Tages fragte ihn eine junge Frau nach dem Text, er diktierte, sie schrieb. So lernte er Ludmila kennen, die er am 5. Januar 1949 heiratete. Seine T\u00e4tigkeit im Kinofoyer-Orchester w\u00e4hrte 16 Jahre. Am 10. Januar 1963 lie\u00df Chruschtschow aus Spargr\u00fcnden s\u00e4mtliche Kinofoyer-Orchester in der Sowjetunion einstellen. Alfred Schreyer arbeitete 42 Jahre lang als Musiklehrer im Drohobytscher Musiklyzeum.<\/p>\n<p>Heute ist Alfred Schreyer eine lokale Gr\u00f6\u00dfe. Er vermittelt uns ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, was es hei\u00dft, das 20. Jh. \u00fcberlebt und seinen Optimismus nicht verloren zu haben.<span>\u00a0<\/span><em>Der letzte Jude von Drohobytsch<\/em><span>\u00a0<\/span>ist das Portrait eines au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen, der nie ausgewandert ist, dem dennoch \u2013 im Guten wie im B\u00f6sen \u2013 alles Erdenkliche widerfahren ist.<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Afred Schreyer\u00a0wurde an 8. Mai 1922 in Drohobytsch geboren, das damals zu Polen geh\u00f6rte, heute in der Ukraine liegt.\u00a0Seine Mutter Leontina war Pharmazeutin, sein Vater Benno Dr. phil. sowie Chefchemiker in einer Erd\u00f6lraffinerie. Beide waren sehr musikalisch und Alfred lernte Cello. Am Gymnasium war er ein Sch\u00fcler des heute weltber\u00fchmten Schriftstellers und Malers Bruno Schulz. 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